Marktbezogene Unternehmensbewertung

Für die marktbezogene Ermittlung eines indikativen Unternehmenswertes werden die gebräuchlichsten anerkannten Methoden der Unternehmensbewertung eingesetzt. Dabei werden wertrelevante Parameter wie z.B. Branche, Unternehmensgröße, Wachstumsrate, Marktanteil, Synergieeffekte, Managementsituation, Technologieportfolio und Wettbewerbssituation berücksichtigt.

Die Multiplikatormethode ist eine einfache Methode zur Schätzung des Unternehmenswertes, bei der branchenübliche Faktoren mit Ertragskennzahlen multipliziert werden. Das Ergebnis der Multiplikation ist der Unternehmenswert, von dem bestimmte Schuldenpositionen abgezogen und zu dem bestimmte Aktivpositionen addiert werden müssen, um den Wert des Eigenkapitals zu erhalten. Die am häufigsten verwendeten Ertragskennzahlen sind der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) und der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA). Die verwendeten Multiplikatoren sind recht grob branchenbezogen und werden monatlich von verschiedenen Marktanalysten ermittelt und veröffentlicht.

Die vergleichende Bewertung eines Unternehmens ist eine Variante der Multiplikatormethode, bei der anhand von börsennotierten Unternehmen oder kürzlich erfolgten Unternehmenstransaktionen in der Branche des zu bewertenden Unternehmens die Multiplikatoren zwischen Unternehmenswert und bestimmten Ertragsmaßzahlen ermittelt werden. Die so errechneten Multiplikatoren werden dann auf die entsprechenden Ertragszahlen des zu bewertenden Unternehmens angewendet. Der Vorteil dieses Verfahrens liegt in der deutlich größeren Relevanz der Multiplikatoren, die sich bei entsprechend sorgfältiger und sachkundiger Auswahl der Vergleichsunternehmen erzielen lässt.

Die Discounted Cash Flow-Methode (DCF-Methode) ermittelt den Unternehmenswert anhand der bestmöglichen Prognose zukünftiger freier Cash Flows. Dabei werden neben der Entwicklung von Umsatz- und Ertragskennzahlen auch erwartete Investitionen und Veränderungen der Bilanzstruktur berücksichtigt. Die analytisch und detailliert ermittelten zukünftigen freien Cash Flows werden mit einem risikoadäquaten Kapitalkostensatz diskontiert, um den aktuellen Unternehmenswert zu erhalten. Diese Methode weist eine hohe mathematische Genauigkeit auf, erfordert aber eine detaillierte Zukunftsplanung der Unternehmensentwicklung und ist deswegen letztendlich ebenfalls subjektiv.

Das hauptsächlich in Deutschland verbreitete Ertragswertverfahren ermittelt den Unternehmenswert anhand der bestmöglichen Prognose zukünftiger entnehmbarer Erträge.

Die Leveraged Buy Out-Methode ist eine Variante der DCF-Methode, mit der simuliert wird, welche Kaufpreise ein Unternehmen unter verschiedenen Finanzierungsbedingungen und -kosten sowie unter Ausnutzung des Tax Shields, also des positiven Beitrags von Schulden zum Unternehmenswert aufgrund der steuerlichen Absetzbarkeit von Zinskosten, tragen kann.

Die Ermittlung des Unternehmenswertes durch Vision Ventures ist immer nur indikativ zu verstehen. Der tatsächlich erzielte Kaufpreis für das Unternehmen kann von diesem Wert deutlich nach oben oder nach unten abweichen und ist von einer Vielzahl von Faktoren abhängig, die nur teilweise im und durch den Verkaufsprozess beeinflussbar sind.